Radioamateur

Ausbildung zum Funkamateur

Mein eigener Weg zum Amateurfunk:
Wie jeder Jugendliche in seinem Alter, suchte auch ich nach Kommunikation. In der 70ern gab es keine Handys, keine e-Mails, keine Chatprogramme und auch kein Facebook. In dieser Zeit setzte die damalige Behörde Deutsche Bundespost (heute Bundesnetzagentur)  eine CEPT-Empfehlung um, den Hobbyfunk, sprich Citizenband (Bürgerfunk) einzuführen.
So
kam ich 1975  erstmals mit dem gerade freigegebenen CB-Funk in Kontakt. Ein Bekannter nahm mich damals mit zum Marburger Schloss. Er mit seinem 2-kanal HF12 von DNT und ich leihweise mit einem 1-Kanal DNT-Talkie-Boy ausgerüstet, konnten wir so bereits unsere ersten drahtlosen Gespräche über einige Kilometer führen. Zwar war in 1975/76 der CB-Funk noch in den Anfängen und daher noch nicht so bekannt, jedoch lauschten wir gespannt den durch Uberreichweiten einstrahlenden italienischen und spanischen Funkstationen zu.
Etwas später lernte ich den Funkamateur Klaus-Dieter Bien, DL1FBG (Silent Key) kennen. Er demonstrierte mir bei meinen Besuchen, wie man auf dem 2 Meterband (damals über DB0UF - Amateurfunk-Relais auf dem Feldberg) einige Hundert Kilometer mit einer kleinen HB9CV (2 Elementbeam) überbrücken kann. Das verblüffende war, er zeigte mir, wie man selbst als Blinder mit dieser Funktechnik umgehen problemlos kann.
Jedoch musste ich Anfang der 80er Jahre meine Überlegungen zur Amateurfunkprüfung verwerfen und meiner jungen Familie sowie dem Beruf primär Zeit widmen, bevor ich mich 25 Jahre später für das Selbststudium zum Funkamateur entschied.
Da ich bereits jahrelang vorgefertigte Erfahrungen mit der Betriebs- und Gerätetechnik aus CB, PMR und Betriebsfunk hatte, brauchte ich für den Lehrnprozess mit einschlägiger AFU-Literaturnur wenige Wochen. Neben dem trockenen Stoff, fehlten mir jedoch die praktischen Übungen und Umgang mit der technischen Materie des Amateurfunks. Ortsgebundene Ausbildungen gab es nicht. Immerhin lauschte ich als SWLér (legaler Zuhörer) regelmäßig de Amateurfunkbändern zu. Lediglich zwei Marburger Funkamateure, DO 5 JB (Jörg) und DC 6 FA (Wolgfang), sowie DM1RIA (Manfred) gaben mir wertvolle Hinweise und Tipps, die mich in meinem Selbststudium bestärkten.
Nach bestandener Prüfung im Dezember 2005, gehörte ich nun dem erlesenen Kreis der Funkamateure an und konnte nun meinem neuen Hobby, für das ich so intensiv lernte nachgehen.

Welche Lizenzklasse?
Es gibt zurzeit zwei Klassen, die A und die E. Eine so genannte Einsteigerklasse, nennen wir sie einfach mal die K-Klasse, ist zurzeit im Gespräch. Da diese aber offiziell nicht existiert, muss man sich nur mit der Überlegung A oder E auseinander setzen.
Abhängig der o. g. Auswahl muss jeder für sich selber entscheiden, für welche Lizenz er oder sie sich vorbereiten möchte. Wer sich für die E-Klasse entscheidet, der hat natürlich einige Einschränkungen hinzunehmen. Die entschprechenden Frequenzen stehen unten.
Zwar galt die E-Klasse noch bis 2005/2006 als Einsteigerlizenz. Aber mit dessen Novellierung im Jahre 2006 kann diese Lizenzklasse nicht mehr als Einsteigerklasse abqualifiziert werden. Die jetzige E-Klasse darf etwas weniger als die vor 30 Jahren bestehende A-Klasse und ein vielfaches mehr als die ebenso damalige C-Klasse.
Die heutige A-Klasse ist dagegen ohne jede Einschränkung und darf in Deutschland bis zu 750 Watt verwenden. Die zu nutzenden Frequenzen finden sich in der Navigationsleiste Frquenzbänder.

Wie wird man Funkamateur?
Nun telefonieren kann jeder. Aber wem die Mobiltelefonie zu anspruchslos ist oder die softwareabhängige Internetkommunikation als Hobby zu öde ist und nicht nur sinnloses Palaver halten möchte, der findet im Amateurfunk überzeugende Argumente umd seinen Geist mit technischem Wissen u. a. zu füllen.
Wer sich in dieses verantwortungsbewusste Terran begeben will, der muss zuerst seine ernste Überzeugung und dann den festen Willen zum Lernen haben. Ansonsten wird es nichts und bleibt nur beim simplen Lippenbekenntniss.
Für den Ausbildungszweck stehen etliche Literaturwerke zum Selbststudium oder den Besuch eines mehrwöchigen Lehrgangskurs (irgendwo in Deutschland) bei erfahrenen Funkamateuren zur Verfügung. Letztere Variante ist zwar aufwendiger aber besser.
Parallel dazu, empfiehlt es sich mit einem geeigneten Empfänger die Amateurfunkbänder abzuhören. Dies ist nicht verboten und erlaubt dem Zuhörer (SWL) sich in die Kenntnisse in der Betriebstechnik anzueignen.
Nach einer umfangreichen Ausbildung zum Funkamateur, stellt man sich bei der Bundesnetzagentur zur Prüfung vor. Dort bekommt man, meist an einem Samstag einen Termin. Jeweils abhängig der Lizenzklasse, werden in den Disziplinen Technik, betrieblicher Ablauf und Kenntniss von Vorschriften eine Reihe Fragebögen innerhalb einer vorgeschriebenen Zeit beantwortet.
An dieser Hürde scheitern bereits die meisten, weil ihnen die inner Überzeugung fehlt oder sie nur halbherzig dabei sind. Man müsste ja Zeit investieren und richtig lernen. Aber welcher Jugendliche will schon vor den Büchern sitzen, wenn er abends schön in die Disco gehen und abfeiern kann oder lieber mit seinen Kumpels irgendwo sinnlos abhängen (chillen) kann?
Aber wer richtig gelernt hat, der wird auch für sein tun am Ende belohnt. Bestandene Probanten bekommen das Ergebnis und die bestandene Punktezahl sofort mitgeteilt und dürfen sich sodann für ein einmalig vergebenes Rufzeichen einschreiben, welches ihnen die Behörde nach einer Woche zuteil.
Abgesehen vom Lehrmaterial (ca. 30 Euro), betragen die Gebühren für Prüfung und Teilnahmezulassung bei der BNA cirka 160 Euro.
Einschlägige Literatur kann man über die örtlichen Buchläden erwerben oder auch zumeist kostenlos in der hiesigen Stadtbücherei ausleihen. Den amtlichen Fragen- und Antwortenkatalog lässt sich bei der Bundesnetzagentur (Homepage) herunterladen.
Für den praktischen Schulungsbetrieb für die Klasse E, stehen bei mir etliche Amateurfunkgeräte für 2 Meter und 70 Zentimeter UKW und auch KW-Bänder 160, 80, 15 und 10 Meterband zur Verfügung.

Prüfungsablauf:
In der Regel erfolgt nach einer ordentlichen Vorbereitung auch der nächstmögliche Prüfungstermin.
Die Prüfung erfolgt über die nächst gelegene BNA-Aussenstelle. Aber auch jede andere BNA-Aussenstelle, die einen früheren Termin anbietet, kann ein Proband wählen.
Mit dem Antrag auf Prüfungszulassung erfolgt der unten stehende Gebührenbescheid und der Einladungstermin.
Am Prüfungstag erfolgen drei Prüfungsabschnitte in Technik, Betriebstechnik u. Verordnungen.
Jeder Prüfungsabschnitt muss mindestens mit 75% bestanden werden. Nach Bestehen erfolgt die Antragsstellung für die Zulassung zum Amateurfunk, einschließlich Rufzeichenzuteilung.
Die Rufzeichenzuteilung erfolgt in der Regel nach ca. 3 bis 5 Werktagen auf postalischem Weg.
Der Verfahrensweg


Die Kosten:
Prüfungszulassung und Zeugnis (E-Klasse) 80 Euro / (A-Klasse) 110 Euro
Zulassung zum Amateurfunk: 70 Euro

Benutzungsplan für die Klasse-E:


 
Frequenzen für die A-Klasse

Betriebsarten

SWL = Short Wave Listing

Dieser Begriff ist eigentlich nicht mehr zeitgemäß und lehnt sich an den Amateurfunk zu einer Zeit an, als dieser noch nicht auf den höheren UKW-Bändern zu hören war. Dennoch steht der Begriff weiterhin für den Kurzwellen-Zuhörer, der sich für den Amateurfunk interessiert und den technischen informativen Gesprächen der Funkamateure lauschen möchte. Bevor man sich dazu entschließt ein Amateurfunkzeugnis zu machen, sollte sowieso ausreichend dem Amateurfunk zugehört werden, um so die betrieblichen Kenntnisse zu bekommen und mehr über den Amateurfunk zu erfahren.

Was braucht man als SWLér zum hören?

Die einfachere Variante ist es dem UKW-Funk in der nahem Umgebung zu lauschen. Da es ein recht dicht gedecktes Gebiet von Funkumsetzern in Deutschland gibt, sollten mindestens bis zu 2 oder 3 Relaisstationen zu hören sein. Aber auch sogenannte Simplexfrquenzen (gerne OV-Kanäle genannt) können den Einblick zum AFu gewähren. Je nach Besiedelung findet man mehr oder weniger Betrieb. Von Vorteil ist, dass man zu diesen gehörten ortsansässigen AFu-Funkern auch persönlichen Kontakt per Telefon, Brief, e-Mail suchen kann oder durch einen Besuch ermöglicht bekommt.
Jedoch nicht per Funkkontakt, solange man keine Lizenz und Zulassung hat!
Zum Empfang eignet sich ein einfacher UKW-Scanner, der in FM von etwa 30 MHz bis 500 MHz abdeckt. Scannerkosten (einfach)) etwa 60 Euro
In den Bereichen 144 - 146 MHz und 430 - 440 MHz findet man den Amateurfunk. Standartmäßig werden die Frequenzen im 12,5 KHz Raster gescannt. Die Nutzungspläne (AFu-Frequenzen) einsehen.

Die wohl immer noch beliebteste Variante ist das Hören auf der Ku
rzwelle. Hier kann der SWLer, neben den unzähligen Rundfunkstationen, auch oftmals weltweite Kommunikationen zwischen den Funkamateuren  hören. Neben der Telefonie und Telegrafie in SSB, werden u. a. auch SSTV- oder RTTY-Signale ausgestrahlt.
Zu empfangen wäre der Amateurfunk dort auf den Bändern:  160, 80, 40, 20...  bis zum 10m Band.
Hierfür benötigt man aber einen SSB-tauglichen Kurzwellenempfänger, möglichst mit einer Langdrahtantenne. Und schon kann die Suche nach dem AFu losgehen.

Mit etwas Feingefühl, kann man im Einseitenband unterhalb des 10 Meterbandes in LSB und oberhalb in USB empfangen.
Als persönliche Kurzwellenfavoriten zähle ich das 80m Band (3.5 - 3.8 MHz) und das 40m Band (7.0 - 7.2 MHz). Aber auch im 15m Band (21.0 - 21.450 MHz) und das 10m Band (28.0 - 29.7 MHz) können oftmals Interessantes bieten.
Ein guter (SSB-tauglicher) Kurzwellenempfänger kostet zwischen 70 und 170 Euro.

Für den Anfänger empfieht sich ein Degen 1103 oder ein Sangean ATS 909.