Radioamateur

Betriebsfunk

Der Betriebsfunk

Der Betriebsfunk ist in erster Linie eine Funktechnik die in Behörden, Betrieben und Organisationen zur Anwendung kommt. Auch als "nicht öffentlicher mobiler Landfunk" (nömL) bekannt, wurde dieser vor dem heutigen Mobilfunk (Handy) und Computertechnik als internes Kommunikationsmittel für die Betriebe, Unternehmen und BOS-Dienste verwendet und ist heute auch noch ein Bestandteil.
In der Regel erlaubt die B-Netz-A für Handgeräte bis zu 2 Watt und bei Mobil-, bzw. Basisgeräten 6 Watt, bzw. neustens auch 12 Watt. Jedoch ohne gewinnbringende Antenne.

Motorola Radius P210 (analog)
 
Während der Betriebsfunk bis 2006 überwiegen in analoger Betriebsart abgewickelt wurde, entwickelte sich parallel der digitale Betriebsfunk.
Das heißt nicht zwingend, dass der analoge Betreibsfunk seit der Digitaltechnik eingestellt ist, so wie dies zum Beispiel für die analoge Satellitentechnik galt.
Für die digitale Funktechnik im Betriebsfunk setzt man heute auf auf DMR nach ETSI-Standard.
Die Betriebsfunkgeräte waren in ihren Anfängen noch sehr teuer und recht einfach. Aber sie waren höchst robust und qualitativ hochwertig verarbeitet. Zahlte man vor 40 Jahren noch locker 2500 Deutsche Mark, so kosten heute neue analoge Betriebsfunkgeräte etwa 150 Euro aufwärts.
Mit wenigen Ausnahmen im 4 Meterband, gibt es die gängigsten Bandnutzungen im 2 Meterband und 70 Zentimeterband.
Für den Betriebsfunk stehen Wechselsprechen (simplex und semiduplex) zur Verfügung. Im Bündelfunk und Tretra sogar im vollduplex (Gegensprechen).
Die Reichweiten hängen immer davon ab, welche Zulassungen im einzelnen erteilt, bzw. von der B-Netz-A genehmigt wurden. Diese können von 20/30 KM bis 100 KM und mehr ermöglichen. Je nach Notwendigkeit und Betriebsgröße, bzw. Zulassung und Genehmigung. Aber in der Regel sind 20 KM realistisch.

Motorola GM950 (analog)

Während die analogen Betriebsfunkgeräte zumeist Sprache und Töne (zB. Faximile) übermitteln können, leisten die digitalen Geräte wesentlich mehr. Neben der Sprach-übermittlung, können Digitalgeräte mit einander vernetzt werden, oder per GPS geortet werden und komplette Daten und SMS übertragen.

Einige weltführende Gerätemarken sind:
Motorola, Kenwood, Vertex-Standart (Yaesu), Hytera, Sepura, Kirisun, Rexon, etc.


Vertex-Standart (digital)





Hytera MD785G (digital)




Der Ebay-Markt:
Seit einiger Zeit überschwemmen ausgemusterte analoge BOS-Funkgeräte den Gebrauchtmarkt, weil bundesweit zahlreiche BOS-Dienste digital umgestellt wurden.
Hierbei handelt es sich zumeist um uralte Geräte. Viele davon arbeiten nur im 4m Band. Also für den normalen Betriebsfunk oder Amateurfunk (2m / 70cm) gar nicht nutzbar.
Unter der Rubrik "Polizeifunkgerät" werden diese alten Klötze nicht selten noch zu horrenden Preisen von Gebrauchtwarenhändler bei Ebay ahnungslosen Kunden angeboten.
Für zahlreiche Alt-Geräte gibt aber es weder Ersatzteile, noch Programmiermöglichkeiten. Oder sie sind sogar schlichtweg mit Quarzen bestückt.
Darüber hinaus dürfen die Geräte auch nicht so ohne weiteres benutzt werden, weil es erstmal BOS-Geräte sind und die Frequenzen noch hoheitlich für den behördlichen Sicherheitsfunkdienst zur Verfügung stehen.
Unerfahrenen rate ich lieber die Finger von solchen Geräten zu lassen.

Es gibt sicher auch preiswerte Betriebsfunkgeräte von guter Qualität. Dennoch muss man bei seiner Wahl sorgfälltig vorgehen.

Ebenso sollte man prüfen, ob es sich um ein konventionelles Betriebsfunkgerät handelt oder gar um ein so genanntes Provider abhängiges Bündelffunkgerät. Bündelfunkgeräte senden im unteren 70cm Band.

Ebenso stömen billige China-Funkgeräte auf den Markt, die auch der professionellen Funktechnik schadet. Vielen fehlt es an ihrer CE-Zulassung und sie produzieren in vielen Fällen harmonische Frequenzen oder ihre ungeschirmten billigen Prozessoren streuen wie Gießkannen.
Mit wenigen Ausnahmen handelt es sich zu meist um minderwertig verarbeitete Geräte. Sie klingen oft dumpf, blechern, sind zu leiste oder ziehen den Träger beim lösen der PTT nach und entsprechen in vielen Fällen nicht den europäischen Zulassungsbestimmungen.
Sie sind bestenfalls aufgemotzte PMR-Geräte mit höherer Sendeleistung und breiten Frequenzband. Sind aber deswegen wiederum als PMR-Geräte für den Hobbyfunk verboten.
Der Handel wirbt leider mit unlauteren Methoden, um diese Billiggeräten auch an Nichtlizenzierte zu verkaufen.
Auch als Betriebsfunk sind sie nur mäßig einsetzbar, zumal jedes einzelne Gerät im Betriebsfunk bei der B-Netz-A angemeldet werden muss. Und ob diese Teile nach technischer Überprüfung durch die B-Netz-A standhalten, darf zu recht bezweifelt werden. Womöglich produzieren viele dieser Billheimer reichlich Oberwellen und sind offen wie ein Scheunentor. - sprich die notwendigen Filter fehlen!
Viele kleine Sicherheitsdienste, Baustellenwachgrüppchen oder Discobetreiber, etc. nutzen Dank Laienwissen diese (leider) frei verkäuflichen Geräte und glauben sich irrtümlich noch im Recht zu sehen. Dank den chinesischen Billigheimern im 10er Pack, nebst Software u. Datenkabel, kostet der illegale Spaß keine 200 Euro. - so viel kostet gerade mal ein günstiges Betriebsfunkgerät! Schnell hat man sich eine scheinbar freie Frequenz anektiert und stört unbedacht auf einer zugewiesene u. gebührenpflichtige Betriebsfunkfrequenz, oder tummelt sich gar illegal irgendwo im Amateurfunkband
.

Vergesst nicht, die lizenzierten Funkdienste genießen behördlichen Schutz.
Und der Einsatz der Bundesnetzagetur kann für den Verursacher richtig teuer werden.
Bewusst verursachte Störungen, bei dem es um Menschenleben geht, drohen empfindliche Strafen!