Radioamateur

Gebühren- u. Lizenzfreier Funk

Vorwort:
Für den lizenzfreien und privaten Hobbyfunk stehen Frequenzbänder im 11, 7 und 2 Meterband, sowie im 70 Zentimeterband zur Verfügung. Diese Funkanwendungen sind kostenlos und für "JEDEN" ohne Voraussetzungen frei nutzbar. Dazu stellt die Industrie fertige Geräte zur Verfügung.
Reichweiten:
Hohe Reichweiten sind eher unreal. Sie hängen nicht vom Funkgerät ab, sondern immer von der Antenne und den örtlichen Umgebungen und wo man seinen Standort hat.
Laienhafte Behauptung, je mehr Sendeleistung, desto mehr Reichweiten, sind nur bedingt richtig.
Bei höherer Sendeleistung muss man aber wissen, dass sie sehr schnell den Akku aufzehren. Darüber hinaus macht es weder im Portable-, noch im Mobilbetrieb wenig Sinn mit höherer Leistung zu senden, wenn durch Bewegungen sowieso schwankende Funkschatten auftreten. Ausserdem wird auch durch die höhere Sendeleistung die Abstrahlung in jene Richtungen gelegt, wo kein Funkkontakt benötigt wird. Die darin liegenden lichten Momente für eine freie Sicht ändern daran auch wenig. Kleine Standortveränderungen, ein Meter hier oder einen Meter da und die Übertragung ist genauso bei 1 oder 4 Watt beeinträchtigt, als dies bei 500 Milliwatt der Fall ist.
Um bei der Gegenstation mit einer einzigen Signalstufe (6dB) stärker anzukommen, benötigt man die vierfache Sendeleistung (Faktor 4). Dies aber messbar zu werten, erfordert einen gleichbleibenden festen Standort.
Rechtslage:
Aber gleichsam muss ich jeden davor warnen sich keine lizenzpflichtigen Funkgeräte anzuschaffen, um dem größeren Reichweitenwillen damit auf den lizenfreien Frequenzen zu senden. Wenn man erwischt wird, wird es teuer und die Geräte können konfisziert werden.

Störungsfrei oder ungestört ? - ein klares NEIN !
Die Werbung verspricht mit CTCSS, DCS und Scrambler einen störungsfreien und abhörsicheren Betrieb. Aber störungsfreien oder abhörsicheren Funk gibt es nicht. So viele zahlreiche elektrische Geräte produzieren einerseits unzähligen elektromagnetischen Müll, wie auch sämliche analoge Verschlüsselungstechniken decodiert werden können. Ebenso sind die Frequenzen nicht für einen einzelnen privat, so wie dies manche Betreiber von Fahrschulen oder Kleinbetrieben fälschlich annehmen. Daher ist man auch im Jedermannfunk niemals ungestört und schon gar nicht alleine.
Man muss eines klar wissen, wer ein Funksignal absetzt, der kann von jedem gehört und gestört werden!
Ein klein wenig anders ist dies im PMR446-Digitalfunk. Dort wird mittels Call-ID's und digitalen Verschlüsselungen gearbeitet. Zwar handelt es sich beim digitalen PMR-446 um eine simple digitale Übertragungsform,
diese leistet aber zumindest eine effiziente und höhere Abhörsicherheit als das Scrambling beim analogen Funk. Im "Jedermannfunk" hat niemand einen rechtlichen Anspruch auf einen privaten oder ungestörten Funkkanal und keiner muss sich vom anderen wegjagen oder belehren lassen!

 
 CB-Frequenzen im 10 KHz Raster (4 Watt AM/FM + 12 Watt SSB PEP)

 80 Kanäle (2 X 40) im 27 MHz KW-Band

26.565 MHz - 26.955 MHz (Kanal 41 - 80) nur in Deutschland

26.965 MHz - 27.405 MHz (Kanal 01 - 40) gesamter EU-Bereich

 

Der CB-Funk befindet sich im Kurzwellenband und darf per AM, FM und SSB-Modulationsarten gearbeitet werden. Man benötigt größere Antennen. Jedoch gute Ausbreitungsbedingungen können mitunter bis Italien, Polen, Schweiz, England, Frankreich, Spanien, sprich europaweit reichen. Manchmal sind auch reflektierende Reichweiten bis nach Übersee zu verzeichnen. Es gibt, neben Handgeräten, auch mobile und feste Stationen. Aber leider muss man im 11 Meter(Kurzwellen)band mit erheblich vielen Störungen rechnen (PC, TV-Röhren, statische Aufladungen, Elektroimpulse, etc.).
Der Markt bietet bereits eine Reihe alternative Geräte mit AM/FM, bzw. AM/FM/SSB an.

4 Kanäle im 7 Meter VHF-Band (für SDR mit 0,010 Miliwatt erlaubt) 40.665 - 40.695 MHz


 

 FreeNet - Frequenzen (0,5 Watt)

6 Kanäle im 12,5 KHz-Raster 2m VHF-Band

149,0250 MHz, 149,0375 MHz u. 149,0500 MHz

und seit 2007 erweitert auf

149,0875 MHz, 149,100 MHz u. 149,1125 MHz

Dieser Funkbereich galt früher den Telefon-B-Netz und sichert heute eine saubere UKW-Verbindung in FM auf kurzen Strecken bis 6 KM. Oftmals schafft man aber auch mehr Reichweite. Ich selbst schaffte spielen sogar 10 KM.

Zurzeit findet man noch recht freie Frequenzen vor, da zum einen der Freenet-Bereich eine reine deutsche Lösung ist und zum anderen die Hersteller kein wirkliches Interesse an einer kostengünstigen Herstellung für ein einzelnes Land haben. Damit wird die Geräteauswahl stark begrenzt und somit etwas teurer.

Vorteil: Dieser Bereich ist nicht für Babyfons freigegeben!
Nachteil: Keine Zulassung für digitalen Funkbbetrieb!

 

PMR - Frequenzen (0,5 Watt)

70cm UHF-Band

446,00625 MHz - 446,09375 MHz analog

(analog nur im 12,5 KHz-Raster)

446.103125 MHz - 446.196875 MHz digital
(digital im 6,25 KHz-Raster)

Inzwischen wurden in 2017 die Karten für die PMR-Anwendungen neu gemischt und die Nutzung auf 16 Kanäle in (FM) analog und (DMR) digital frei wählbar erweitert. In dPMR sogar auf 32 Kanäle.


Abhängig von der Umgebung, können auch hier im PMR-Funk bis 5 KM erreicht werden.

Selbst mir gelang es 8 bis 10 KM zu überbrücken. Den Rauschanteil bei weiteren Stecken muss man dann halt akzeptieren.
Die rechts abgebildeten PMRs vom Typ Motorola Handie-Pro gehören zu den ersten PMRs, die seit der Frequenzfreigabe auf den Markt kamen. Die Geräte waren ihrer Zeit in so weit voraus, dass sie ihre Verwandtschaft zum professionellen Betriebsfunk nicht verbergen konnten. Der Preis war recht hoch aber die technischen Werte waren unschlagbar. Leider war das Gerät technisch zu hochwertig und verschwand vom Markt.
Heute wird der PMR-Markt mit zahlreichen Billiggeräten nahzu überschwemmt, wobei die
Qualität in den Hintergrund getreten ist. Nur vereinzelte Hersteller produzieren heute hochwertige PMRs.
Der besondere Punkt beim 446PMR-Funk ist, er kann europaweit genutzt werden. dar
über hinaus sind 8 Kanäle analog und 16 Kanäle digital erlaubt.
Der Nachteil ist, dass sich dort unzählige Babyfones, Kinder, Schulen, KiTa's, Fahrschulen, Sicherheitsdienste u. a. kommerzielle Baustellen-, Vermessungs-, oder Kirmes-Betriebe, etc. befinden und es zunehmend sehr schwer ist einen freien Kanal zu finden.
Gerade hier kommt es sehr häufig zu irregeleiteten Anmaßungen und dass so man
ch einer glaubt einen besonderen Anspruch auf einen Kanal hätte. - für ALLE gilt, niemand hat ein Sonderrecht !!!

Wegen des überschwemmenden Billigangebots tummeln sich auf den 8 analogen PMR-Kanälen unzählige Kids, Kleinfirmen, Fahrschulen und nächtlich plärrenden Babyfons. In größeren Städten kann man deshalb mehrere Funkgruppen/Nutzer auf einem Kanal antreffen.

Inzwischen gibt es zahlreiche digitale PMR-Geräte. Die meisten in dPMR und mit eigenen Codec. Aber auch DMR wird von Hytera vertreten.
Wer in dPMR investieren möchte, der muss darauf achten, dass die Geräte vom gleischen Typ und Hersteller stammen. Viele Hersteller verwenden unterschiedliche Codecs, was zur Inkompatiblität mit Fremdherstellern führt.
Wer auf der sicheren Seite sein will, der sollte sich Hytera holen. Hytera verwendet den DMR Standard, so wie er im Betriebsfunk und im Amateurfunk zur Anwendung kommt.
Die Preise bewegen sich bei digitalen PMR-Funkgeräten zwischen 60 bis 200 Euro.
Die meisten Geräte lassen sich nicht programmieren, was auch so gewollt ist.
Aber die Hytera-Geräte der TIER I Klasse lassen sich zumindest mit jedem anderen DMR-Gerät (Fremdhersteller) aus der Profiklasse kombinieren, da diese Geräte frei programmierbar sind.

Frequenzen im 25 KHz Raster

69 Kanaele im 70cm UHF-Band (für LPD/SDR nur sekundaer und nur mit 0,010 Miliwatt erlaubt)

433.075 MHz - 434.775 MHz - fälschlich auch gerne als LPD-Frequenzen bezeichnet!

Die LPD/SDR-Nutzung ist wegen der geringen Leistung und Reichweiten (unter 2 KM) und der Primärnutzung des Frequenzbandes durch die Funkamateure, sowie sekundäre ISM-Nutzung  (Industrial, Scientific, and Medical) absolut nicht zu empfehlen! Eine Anschaffung lohnt sich nicht. Also lieber die Finger davon!
Auch die wirtschaftliche Herstellung solcher LPD-Geräte lohnt sich seit Einführung des kostengünstigeren PMRs nicht und hat alle reinen LPD-Geräte am Markt verschwinden lassen. Reine LPD-Geräte oder deren Herstellung gibt es also nicht mehr. Allenfalls als Kombivariante mit PMR.


Illegales von Ebay und Co.
Ebenso stömt zurzeit eine Welle billiger China-Funkgeräte auf den Markt, die auch der professionellen Funktechnik schadet.
Hier handelt es sich zu meist um minderwertig verarbeitete Geräte mit minderer Technik und empfangen jede unangenehme Störquelle. Sie klingen meist dumpf, blechern, sind zu leiste oder ziehen den Träger beim lösen der PTT für Frequenzmodulation nach.
Sie sind bestenfalls für PMR-Hobbyfunk zu gebrauchen. Aber mit ihrer höherern Sendeleistung und breiten Frequenzband sind sie wiederum nicht als PMR-Geräte für den Hobbyfunk erlaubt.
Leider weißt der Handel den Konsumenten nicht auf die rechtlichen Gesetze hin, sodass unwissende Käufer sich schnell im strafbaren Rahmen bewegen.
Viele Käufer/Nutzer dieser Geräte glauben sich dummerweise auch noch im Recht zu sehen und irgendwo im Frequenzband illegal eine möglicherweise unerlaubte Frequenz annektieren und dort munter die zugewiesenen Funkdienste stören.
Auch hier ganz klar Finger weg. - wenn man Euch erwischt wirds richtig teuer und die Geräte sind auch beschlagnahmt!

Solltet ihr sogar geschützte Funkdienste oder andere hoheitliche Sicherheitsfunkdienste stören (gewollt oder ungewollt), sprich beeinträchtigung kommerzielle Funkdienste, Bedrohung von Menschenleben im Sanitätsdienst oder gar die nationale Sicherheit gefährden, werden die behördlichen Funkmesswagen/Peilwagen, ggf. mit Polizeieinsatz den illegalen Störer/Funker suchen.
Wird man erwischt, drohen strafrechtliche Konsequenzen!