Radioamateur

Kritik


Kritiken:

Kritische Bewertungen basieren grundsätzlich auf eigene Erfahrungen.

Inzwischen konnte ich einige Erfahrungen in den Betriebsarten dPMR, DMR, C4FM und D-Star sammeln.

 

dPMR – ein digitaler Betriebsfunkstandard:

Das auf dem FDMA basierende dPMR ist ein simpler digitaler Standard und bedarf keine besonderen Lizenzrechte. Daher wird dPMR sehr gerne und oft von vielen preiswerten No-Name Herstellern verwendet.

Die qualitative Sprachübertragung hängt von der einzelnen Verarbeitung und Herstellung ab. In der Regel ist die Sprachqualität von sehr gut bis befriedigend zu werten.

Da das dPMR ein System für den kommerziellen Betriebsfunk ist, kann man hier den Vergleich zum DMR ansetzen.

Ein weiterer Vorteil des dPMR ist die Verwendung festgelegter ID-Adressen des jeweiligen Nutzers.

Hier wird, wie auch beim DMR, in drei Kategorien aufgeteilt: All Call, Group und Privat.

Somit ist es möglich auch private Einzel- oder Gruppengespräche zu führen, welche andere Nutzer ausschließen kann.

In den kommerziell verwendeten digitalen Betriebsarten verzichtet man auf große Display's. Es werden nur die wichtigsten Funktionen angezeigt, welche hauptsächlich für einen Funkbetrieb im kommerziellen Sinne notwendig ist.

Dies wiederum kann sich im mobilen Betrieb als sehr vorteilhaft auswirken und veranlasst den Mobilisten nicht fortwährend aufs Display zu schauen. Sprich er wird nicht abgelenkt und kann sich auf den Verkehr konzentrieren.

Für den Amateurfunk werden bislang keine dPMR-Geräte gebaut. Daher sind nur so genannte Monobandgeräte im Handel erhältlich.

 

DMR – ein digitaler Betriebsfunkstandard:

Das auf dem TDMA (kurz Zeitmultiplexverfahren) basierende DMR ist ein digitaler Standard von Motorola. Aber nicht nur Motorola bietet DMR-Geräte an, sondern auch andere Hersteller mit Lizenzrechten, die nach Motorola-Standards arbeiten.

Die qualitative Sprachübertragung hängt auch hier von der einzelnen Verarbeitung und Herstellung ab. In der Regel ist die Sprachqualität von sehr gut bis befriedigend zu werten.

DMR ist nur für den kommerziellen Betriebsfunk gebaut und war mit seiner Entwicklung als Ablösung zum analogen Betriebsfunk gedacht.

Ein weiterer Vorteil des DMR ist die Verwendung festgelegter ID-Adressen des jeweiligen Nutzers.

Hier teilt man in drei Kategorien: All Call, Group und Privat.

Somit ist es möglich auch private Einzel- oder Gruppengespräche zu führen, welche andere Nutzer ausschließen kann.

In den kommerziell verwendeten digitalen Betriebsarten TIER I und TIER II verzichtet man auf große Display's. Es werden nur die wichtigsten Funktionen angezeigt, welche hauptsächlich für einen Funkbetrieb im kommerziellen Sinne notwendig ist.

Dies wiederum kann sich im mobilen Betrieb als sehr vorteilhaft auswirken und veranlasst den Mobilisten nicht fortwährend aufs Display zu schauen. Sprich er wird nicht abgelenkt und kann sich auf den Verkehr konzentrieren.

Anders als im herkömmlichen DMR-Funkbetrieb, verfügt das DMR-Trunking (TIR III) über umfangreichere Darstellungen. Hier können neben Kommunikationsanbindungen mit dem herkömmlichen Telefongespräche im Vollduplex, auch Datenpakete für den Empfänger übermittelt werden.

Für den Amateurfunk werden bislang keine DMR-Geräte gebaut. Daher sind nur so genannte Monobandgeräte im Handel erhältlich.

 

C4FM – ein Digitalsystem von Yaesu

Das C4FM-System von Yaesu ist speziell für den Funkamateur gemacht. Es basiert auf dem FDMA-(Multiplex)Verfahren.

Yaesu hat in seiner Geräteflotte sein Systemfusion integriert, welches die Kommunikation zwischen analog und digital problemlos ermöglicht. Ein Old Man (OM) kann also problemlos mit seiner analogen (auch veraltete Technik) am Gespräch über ein C4FM-Umsetzer teilnehmen, da ein C4FM-Repeater das Eingangssignal sofort erkennt und zwischen analog und digital umschalten kann.

Das interessante für den Funkamateur sind die Duo-Bandgeräte, welche für DMR und dPMR wegen des Betriebsfunkstandard nicht gebaut werden.

Ebenso können also analoge/digitale Sprache, Daten und BILDER übertragen werden.

Mit dem integrierten GPS und APRS wird der Digitalfunk bei 9,8 kbps nahezu perfekt.

So zum Beispiel können Mobilisten via GPS und APRS auch ihre Daten wie Standort, Call, Kurzinfo, Fahrtrichtung, Entfernung und Geschwindigkeit an den nächstgelegenen Umsetzer oder teils an ihre Gegenstation übertragen. Oder sind im Internet abrufbar.

Da aber C4FM speziell für den Amateurfunk gedacht ist, wird hier offen gearbeitet. Das heißt im Klartext, es gibt KEINE Möglichkeit spezielle Gruppen- oder Privatgespräche zu führen oder private Textnachrichten an einzelne Teilnehmer zu senden. Die nationale / internationale Anbindung erfolgt über das Wires-X System.

Konnten die analogen Mobilgeräte ihre Bedienteile noch komplett absetzen, so können die heutigen C4FM-Transeiver dies nur noch bedingt, weil der Einschub für den Mikrofonstecker am Bedienteil fehlt und somit die Basiseinheit immer auf Mikrofonkabellänge in der Nähe des Armaturenbrett verweilen muss.

DMR (TYT-MD9600 / Retevis-RT90)

Diese Gerätetypen benotigen KEIN besonderes / teures Datenkabel. Es kann ein normales USB-Kabel mit USB-mini verwendet werden.
Für diese Gerätetypen liegen bereits erweiterte Firmware und CPS Versionen vor. Aber auch hier sollte man nur updaten, wenn man die möglichen Gerfahren und Risiken von unbekannten Herstellern dieser Software einschätzen kann.
Im schlimmsten Fall blockiert das ganze Gerät und lässt sich NICHT mehr verwenden oder wird durch ein unbekanntes Passwort gesperrt.
Die CodePlug's aus der Serie RT-3, MD380 konnte ich für mein MD9600 verwenden. - bei mir hat es funktioniert!

 

D-Star – ein in Japan entwickeltes Digitalsystem

D-Star gilt als das älteste Digitalsystem im Amateurfunk genutzte offene FDMA-Verfahren.

Auch hier baut hauptsächlich ICOM die Geräte für den Amateurfunk als Duo-Bandgeräte.

Seit 2016 ist Kenwood mit einem eigenen D-Star Gerät auf dem Markt.

Mit Einführung im Jahre 2001 ist es das meist verbreitete Digitalsystem und ermöglicht ebenso digitale Sprache und Nachrichten. Aber auch GPS und APRS ist möglich.

D-Star ermöglicht den Funkamateuren

Wegen der geringeren Übertragungsrate (4,8 kbps) können Konflikten beim gleichzeitigen Senden von Sprache und GPS-Daten entstehen.

 

Bei allen digitalen Systemen ist eine internationale Vernetzung vorhanden. Die überregionale Vernetzung wird mittels dem Internet gebildet.

Für die Antennengeschädigten Funkamateure kann ein so genannter DV-Mini über eine Software genutzt werden.




Irrtümer im Amateurfunk


Immer wieder geistern diverse Falschmeldungen durch die Lande, die von unwissenden Funkamateuren selbst verbreitet wurden und hier ein für alle male klar gestellt werden müssen.

DMR:
In Punkto DMR verbreitet sich zurzeit folgende Falschmeldung:
"Einen echten Funkamateur erkennt man an seiner ID-Nummer. Niedrige ID's lassen den Schwarzfunker (Unlizenzierten) erkennen" - Blödsinn!
Derartig unwissende Falschaussagen sind nicht nur unqualifiziert, sie haben auch einen verleumderischen Charakter, wenn diese namentlich gezielt auf eine lizenzierte Person gerichtet ist

Tatsache ist, dass die Erkennbarkeit eines Funkamateurs immer noch sein behördlich zugewiesenes Rufzeichen ist- egal ob analoge oder digitale Funktechnik verwendet wird!
Punkt!

Eine 7 oder 8-stellige ID sagt also absolut gar nichts aus und kann von JEDEM verwendet werden.

Nur wichtig für den Repeaterbetrieb:
Für die Teilnahme am Repeaterbetrieb vergeben die internationalen Admins beider DMR-Systeme Mororola und Hytera eine 7-stellige ID-Zuweisung. Diese Zuweisungen beginnen in Deutschland mit der Kennziffer 26(2) - steht für DL !
Hierbei lassen die Ziffer drei (3) und vier (4) eindeutig auf den lokalen Repeater schließen (Beispiel 2626 steht für DF0MOT in Hessen). Die letzten drei Ziffern aus der 7-stelligen ID-Reihe werden aufsteigend an den Funkamateur vergeben. - vorausgesetzt, er will sich an der Repeaterteilnahme beteiligen!
Diese 7-stellige ID ist also ledigtlich als ein Zugangscode für den ausgewiesenen Funkamateur zu verstehen, dem diese Nummer international (nach Beantragung) zugeteilt wurde. Nicht mehr und nicht weniger. Die neueren Geräte beinhalten inzwischen sogar 8 ID-Stellen.

Im Versuch hatte sich gezeigt, dass auch unlizenzierte Funker mit frei erfundenen ID's problemlos ein DMR-Reapeter benutzen können, was nicht erlaubt ist.

Erkennt ein SYS-OP dies, wird er vermutlich den Zuhang dieser frei erfundenen IP sperren.


Der Radioamateur benötigt für den Simplexverkehr KEINE 7-stellige ID:
Wenn nun aber ein Funker via digital DMR im simplex-Verkehr Funkverkehr auftaucht, deren ID's lediglich nur eine 4-stellige, oder andere ID-Ziffernfolge anzeigen, so ist dies keinesfalls als eindeutiger Beweis für einen (Unlizenzierten) Schwarzfunker zu interpretieren.
Es könnte durchaus sein, dass auch lizenzierte Radioamateure womöglich an KEINEM Repeaterbetrieb teilnehmen möchten, oder bisher noch keine ID Zuweisung beantragt haben. - soll es tatsächlich geben!
Mit anderen und klaren Worten, für den Amateurfunkbetrieb auf Amateurfunkfrequenzen (ausser Relaisbetrieb) sind KEINE 7-stellige ID-Nummern für den Funkamateur verpflichtend!

LPD-Kanäle !?

Immer wieder hört man von so genannten LPD-Kanälen, die für die freie Hobbyfunkanwendung einfach so nutzen kann.

Zur Erklärung. Die so genannten LPD-Kanäle erstrecken sich im Frequenzbereich von 433.075 MHz bis 434.775 MHz im 25 Khz-Rasterschritt und befinden sich als SEKUNDÄRE Nutzung im Amateurfunkband, welches ausschließlich und PRIMÄR den lizenzierten Funkamateuren gehören, sprich von diesen genutzt werden dürfen (zugewiesen sind)!

Zur ersten Erkenntnis, es gibt KEINE LPD-Kanäle. - die Aussage ist gänzlich falsch!
Es handelt sich grundsätzlich um das primäre Amateurfunkband!

Irgendwelche Baofeng-(Amateurfunk)-Geräten oder vergleichbare oder frequenzerweiterten leistungsstarken Funkgeräten, sind nur den Funkamateuren auf diesen Bändern erlaubt.

Tatsächlich gibt es heutzutage auch keine reinen LPD-Funkgeräte mehr zu kaufen, da die Zulassung für solche Geräte nur maximal 10 Milliwatt vorsieht und man damit kaum 2 KM Reichweite (nur in freier Sichtverbindung versteht sich) erzielen kann. Häuser und and andere bauliche Hindernisse verringern sogleich die Reichweiten.
Auch wurde die verwirrende Bezeichnung LPD durch die Verwendung von SDR abgelöst!

Die Herstellung und Vertrieb solcher Geräte hat der Handel als unverkäuflich gestrichen, weil mit der Einführung der europäisch zugelassenen Funkanwendung PMR (8 analoge und 16 digitale Kanäle) mit 500 Milliwatt eine echte Verbesserung für den Hobbyfunk eingetreten sind.

Allenfalls beinhalten nur gesonderte PMR-Geräte den Unterbereich der 69 LPD-Kanäle, die aber aufgrund der mickrigen Sendeleistung von 10 Milliwatt zu 99% nicht verwendet werden.

Dennoch geistert dieser Irrglaube von so genannten LPD-Frequenzen und dessen freien Nutzung in manchen Köpfen. Und so werden munter Amateurfunkgeräte für diese Zwecke missbraucht, um mit hoher Leistung in diesem Amateurfunkband, im so genannten ISM-Bereich illegal zu senden.


Funk-Scanner:

 

Immer wieder stoße ich auf Händler, die Funkscanner wie warme Brötchen anbieten.

In verschiedenen Preisklassen mit verschiedenen Frequenzbereichen und unterschiedlichen Fetures.

Dabei wird sehr seit Jahrzehnten immer wieder gerne mit dem Abhören von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdiensten geworben, die man damit problemlos abhören kann.

Nun das hatte bis vor ein / zwei Jahren noch gestimmt. Aber diese Funkdienste sind nun kaum noch zu hören, da der gesamte BOS-Funk digitalisiert wurden und damit die Funkscanner buchstäblich arbeitslos wurden. Zumindest was die Sicherheitsdienste betrifft. Klar, es gibt regional noch einige kleine Landkreise, die sich die digitale Technik noch nicht leisten können und analog verwenden. Aber jene sind rar und auch bald weg.

Allenfalls bleibt der Scanner im Scann-Modus auf einer Frequenz stehen und übermittelt ein furchtbares pulsierendes Wau Wau Wau Wau Wau Wau......., also digitale Übertragungen, die der Scanner nicht entschlüsseln kann. Oder der Scanner empfängt unentwegt irgendwelche anderen Störsignale von diversen technischen Geräten.

Allerdings befinden sich noch vereinzelte Kommunalbetriebe, Busbetriebe, Taxis u. a. Unternehmen auf diesen Funkfrequenzen. Auch kann man den Flugfunk, oder wer in Fluss- oder Küstennähe wohnt, auch noch den Schiffsfunk hören.

Der Zugfunk ist weg und seit Jahren schon digitalisiert.

Fahrschulen, Kleinhandwerker, KiTa's, Schulgruppen oder Babyphones findet man auf den PMR-Frequenzen. Hobbyfunker findet man übrigens auf PMR und Freenet, sowie im CB-Funk

Der Amateurfunkdienst ist im 2m und 70cm Band auch noch zu hören. Allerdings auch nur in Teilen analog.

Aber auch hier kann man seit Jahren einen deutlichen Rückgang / Veränderung beobachten. Viele Unternehmen tendieren inzwischen im Wechsel von analog zum digitalen DMR oder vergleichbaren. Ebenso der digitale Amateurfunk nimmt mehr und mehr zu, da dieser digital mittels VoIP mit dem Internet weltweit vernetzt werden kann.

Kleinunternehmen haben ihren Betriebsfunk gänzlich abgeschafft und nutzen die kostengünstigere Mobilfunktelefonie, welche ihnen ihre betrieblichen Nachrichten auch über weite Entfernungen ermöglicht.

Und falls die Frage auftaucht, ob man damit auch den Digitalfunk empfangen kann, dem muss man mit einem klaren NEIN entgegnen.

Persönlich würde ich von einem Funkscanner abraten.
Die Zeit der guten alten 70er, 80er und 90er Jahre sind vorbei.

Es gibt digitale Funkscanner die einfache digitale Signale entschlüsseln können. Aber der Kauf eines solchen Gerätes ist sehr teuer und nicht zu empfehlen.
Ausserdem können selbst solche Geräte den BOS-Funk nicht entschlüsseln, da die BOS-Funkdienste regelmäßig die Codierungen ändern.